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zuletzt geändert am 14.05.2026

Die Geschichte von Lotta

Die Geschichte von dem Bernhardinermädchen Lotta

von Alexander Jahn

Diese Geschichte, welche im Herbst 2021 beginnt, ist sehr schön und sehr traurig zugleich. Lotta wurde aus was für Gründen auch immer ins Tierheim gebracht und musste dort ein halbes Jahr leben, obwohl es doch „Bernhardiner in Not“ gibt. Wäre sie gleich dort vorgesellt worden, wäre sie bestimmt in kürzester Zeit wieder bei lieben Menschen gewesen oder hätte vielleicht gar nicht ins Heim gemußt – vor allen Dingen hätte man dann viel eher ihre schwere Erkrankung feststellen können und viel früher mit der Behandlung beginnen können. Im Tierheim hat niemand darauf geachtet, obwohl sie schon da sehr krank war. Wir sind vom Schwarzwald nach Bad Hersfeld gefahren und besuchten sie. Schon von weitem hörte man sie im Tierheim mit ihrer kräftigen Stimme bellen und bald gingen wir zum ersten Mal gemeinsam spazieren. Und da passierte das, was man immer wieder hört, dass sich Hunde ihre Menschen selber aussuchen. Sie blieb plötzlich in ihrem großen Bewegungsdrang stehen und sah mich mit ihrem (wie ich jetzt weiß) so typischen Blick lange und durchdringend an – da wusste ich, dass Lotta unser Hund werden wird.

 

Zuerst wurden wir vertröstet und durften sie nicht mitnehmen, da sich (angeblich) noch andere Interessenten gemeldet hätten. Naja, wir fuhren die weite Strecke unverrichteter Dinge zurück und waren traurig. Man hielt uns lange hin, doch durch die Vermittlung des Tierheimes Baden-Baden, wo ich gut bekannt bin konnten wir dann (jetzt) unsere Lotta endlich nach Hause holen, denn ein zu Hause hat sie jetzt wirklich.

 

Doch nun begann das große Drama – sie wollte nicht richtig fressen und auch nicht trinken, dies nicht aus Trauer, sondern weil sie krank war. Die erste Tierärztin dokterte nur rum und wir verloren viel Zeit. Dann endlich stellte eine Tierklinik fest, dass Lotta an einer Leberzirrhose leidet, die eine Autoimmunerkrankung darstellt und höchst wahrscheinlich durch ihre Zeit im Tierheim dann endgültig zum Ausbruch kam oder schnell verstärkt wurde. Durch eine Leberbiopsie wurde letzte Klarheit geschaffen und die Behandlung mit den entsprechenden Medikamenten konnte endlich beginnen. Es war für alle eine sehr schwere Zeit, sie magerte auf 46 Kilo von auch nicht gerade vielen 53 im Tierheim ab. Durch viel Geduld und noch mehr Liebe konnte das Ruder aber noch Mal herumgerissen werden, auch wenn es zwischenzeitlich wieder viel schlimmer wurde und etliche meinten, wir sollten Lotta einschläfern lassen. Wir hatten sie aber von Anfang an so gerne, dass dies nicht ansatzweise in Frage kam.

 

Wir freuen uns jeden Tag mit ihr, dass wir beieinander sein dürfen und wundern uns immer wieder, welch ein sensibles, kluges und so überaus liebes Tier sie ist. Lotta wurde als grobmotorig vom Tierheim geschildert, welch ein Blödsinn, sie ist mehr als feinfühlig und trotz ihrer Größe hat sie noch nie etwas oder jemanden umgeworfen. Obwohl ihr Menschen so etwas Schlimmes angetan haben liebt sie immer noch alle Zweibeiner und begrüßt jeden sehr freudig.

 

Da ich jede Woche die Seite „Bernhardiner in Not“ anschaue, hätten wir auch damals schon, als Lotta ins Tierheim musste, sie gleich entdeckt und auch sofort zu uns geholt. Warum haben dies ihre ersten Besitzer oder das Tierheim nicht getan? Wieviel hätte man ihr ersparen können. Ich mag mir nicht vorstellen, was sie durchgemacht hat, als sie ins Auto stieg und in dieses Tierheim gebracht wurde, wie sie in ihrem Zwinger saß und die Welt nicht mehr verstand.

 

Auch wenn wir immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen haben und Lotta nur mit Medikamenten am Leben bleibt, sind wir glücklich, dieses besondere Bernhardinermädchen (dass inzwischen fast 70 Kilo wiegt) bei uns zu haben… hoffentlich noch lange.

 

Diese Hoffnung wurde jetzt aufs Schlimmste zerstört. Im Sommer 2025 wurde endlich der Grund gefunden, warum Lotta immer wieder mit Darmbeschwerden zu kämpfen hatte. Ab diesem Zeitpunkt ging es mit ihr nochmals bergauf und wir lebten in der Hoffnung, dass es, soweit es mit ihrer Vorerkrankung möglich ist, noch eine lange gemeinsame Zeit vor uns haben. Genau an ihrem Geburtstag waren wir beim Tierarzt und die Ärztin meinte, die Leberwerte seien recht stabil und ansonsten sei sie für ihr Alter (9 Jahre) in einem mehr als guten Zustand. Ein wunderschönes Fell, keine Gelenkprobleme, Augen und Ohren auch gut, dies sei doch das schönste Geburtstaggeschenk meinte die Ärztin… wir gingen voller Zuversicht nach Hause und freuten uns, dass unser Lottchen noch lange bei uns bleiben kann. Doch zwei Tage später, nach einem ganz normalen Tag ohne irgendwelche Anzeichen, begann Lotta stark zu zittern und wirkte völlig erschöpft. Sie ging noch in den Garten und erbrach sich sehr stark. Nach kurzer Zeit fuhren wir in die Tierklinik, wo sie schon nicht mehr selber laufen konnte. Wir legten sie auf einen Wagen und sie kam sofort in Behandlung. Doch es war alles vergebens, nach wenigen Stunden verstarb Lotta.

 

Innerhalb weniger Stunden zerbrach unsere Welt, die sich nur um unsere Lotta drehte, da sie uns brauchte und wir sie. Noch nie habe ich so eine tiefe Beziehung zu einem Tier gehabt und Lotta lehrte uns, dass es nur wichtig ist, sich zu haben und da sein zu dürfen. Alles andere ist nur Tand und ohne wirklichen Wert. Dafür und für ihre unendliche Liebe, die sie uns schenkte, werden wir immer dankbar sein. Sie war vielleicht das größte Glück in meinem Leben.

 

(Lotta, geboren im Oktober 2016, Ort unbekannt, gestorben am 02. Nov. 2025 in der Tierklinik Ettlingen)

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